Krimi Gedanken in Briefen für c.

Liebe c.,                                                  10.01.2019

 

vielen Dank für deine letzte Mail zu deinem mehrjährigen Schulprojekt zur Erstellung eines Kriminalstückes.

 

Eigentlich wollte ich, daß du nicht soviel am Bildschirm sitzt. Darum habe ich deiner Tante vorgeschlagen, lieber Briefe mit dir zu schreiben.

 

Ehrlich, ich hatte noch nicht ausgesprochen, da wußte ich schon, wie unglücklich diese Briefe-schreiben-Idee zwischen dir und mir war.

 

Deshalb heißt du jetzt bei mir "klein c.", weil ich deiner Tante den Spitznamen "Chantal" gegeben habe, was sie ärgert.

Aber früher, auf der Arbeit, hat sie mich, als meine Vorgesetzte, genervt. Wir kommen nämlich beide von der gleichen Zeitung.

 

Nun habe ich mit ihr vereinbart, einen Blog zu schreiben, wo ich auf deine Mails bezug nehme, ohne aus ihnen wörtlich zu zitieren. (Übrigens - ich habe noch nie von einem mehrjährigen Schulprojekt gehört - klingt aber ungewohnt klug.)

 

Krimi-Werkstatt für c.

                    

Kriminalgeschichten sind ein wenig wie Katzen. Man kann sie sowohl verabscheuen und trotzdem einzelne Exemplare bewundern. Persönlich verabscheue ich sie, weil dort immer gemordet wird und dieses nichts mit der Realität zu tun hat. (Bitte beachte meine Links.)

 

Als Reporter bewundere ich, wie einige wenige für soviel aufgemotzten Unsinn viel Geld erhalten können. (Memo: Nachdenken, ob ich noch schnell den Beruf wechseln muß.)

 

Weil Jugendliche auf Eltern und Erwachsene nicht mehr hören, erzählen wir Älteren gern zielgruppengerechte Geschichten oder Artikel von deren Alltag mit den Gefahren, die dort lauern. Wenn die Geschichte gut ist, erzählen sich die Kinder von heute diese untereinander und unser auslaufender Erziehungsauftrag ist gerettet. Deshalb ist ein Unfall genauso wichtig wie ein Drama aus Eifersucht, ein Drogenmißbrauch oder ein losgerissener Hund, der Kinder beißt.

 

Als Reporter habe ich Abgabetermine. Wieviel Zeit habe ich, wo fange ich an zu recherchieren?

Dann mache ich mir eine Arbeitsskizze, die auch einige Möglichkeiten enthält, was mich erwarten könnte.

 

Im nächsten Schritt denke ich mir einen Fall aus, wie er wirklich geschehen sein könnte und mache mir eine Skizze, um meinen Artikel rechtzeitig abliefern zu können.

 

Und bitte sitz nicht soviel am Bildschirm.

Antiquariat ZeitenWanderer
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